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Über das Projekt

Das Projekt «Comprehensive Eye Care in Older Age Groups with Visual Impairment (CAREVIAGE)» untersucht, wie es um die Augengesundheit von älteren Menschen in Alters- und Pflegeeinrichtungen in der Schweiz steht, welche Unterstützung sie erhalten und wie das Sehvermögen mit der Lebensqualität zusammenhängt. Daraus werden praxisnahe und zielgruppenspezifische Empfehlungen für ältere Menschen und die Einrichtungen, in denen sie leben, entwickelt.

Was möchte CAREVIAGE erreichen?

Eine adäquate Sehhilfe, eine gute Beleuchtung oder eine Beratung zum Umgang mit einer Sehbeeinträchtigung können den Alltag älterer Menschen positiv beeinflussen. In Bezug auf die Beratung stellt sich die Frage, wie gut solche Angebote für Menschen zugänglich sind, die in einer Alters- oder Pflegeeinrichtung leben. Zudem ist es wichtig zu überprüfen, ob die vorhandenen Hilfsmittel ihren Bedürfnissen und ihrem Lebensalltag entsprechen.

CAREVIAGE möchte die aktuelle Situation besser verstehen und aufzeigen, wo Verbesserungen möglich sind. Dabei stehen die Erfahrungen und Bedürfnisse der Bewohner:innen im Mittelpunkt. Im Projekt werden sowohl die Augengesundheit und das Sehvermögen als auch die Alltagsgestaltung, soziale Beziehungen und das persönliche Wohlbefinden betrachtet.

Das Ziel ist die Etablierung einer Sehversorgung, die Menschen dabei unterstützt, ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten und am sozialen Leben teilzunehmen.

Welche Fragen werden untersucht?

  • Wie häufig kommen Sehbeeinträchtigungen bei Bewohner:innen von Alters- und Pflegeeinrichtungen in der Schweiz vor?
  • Welche Brillen und weiteren Sehhilfen nutzen sie und wie gut passen diese zu ihren aktuellen Bedürfnissen?
  • Wie nehmen sie Augenuntersuchungen und Beratungsangebote wahr?
  • Wie gut unterstützen Beleuchtung, Beschilderung und räumliche Gestaltung die Orientierung und den Alltag?
  • Wie hängt das Sehvermögen mit der Lebensqualität, den sozialen Kontakten und einer eventuellen Einsamkeit zusammen?
  • Wie lassen sich die Sehversorgung und die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen und Fachstellen verbessern?

Wie wird im Projekt vorgegangen?

Im Projekt arbeiten Fachpersonen aus Optometrie und Sozialer Arbeit eng zusammen. Die Optometrie befasst sich mit der biologischen und physikalischen Funktionsweise des visuellen Systems (kurz: des Sehens), der Untersuchung der Augen und der Empfehlung von Sehhilfen. Die Soziale Arbeit beleuchtet insbesondere die Lebensbedingungen, den Unterstützungsbedarf und die soziale Teilhabe der Betroffenen.

Das Vorgehen in vier Schritten:
  1. Untersuchung der Augen und des Sehvermögens
    Eine zufällig ausgewählte Gruppe von Bewohner:innen pro Alterseinrichtung nimmt an einer umfassenden optometrischen Augenprüfung teil. Fachpersonen prüfen unter anderem das Sehvermögen, die Augengesundheit und die vorhandenen Sehhilfen. In die Studie einbezogen werden Menschen mit und ohne bekannte Sehbeeinträchtigung.
  2. Befragung der Bewohner:innen
    Die untersuchten Bewohner:innen nehmen an einer Befragung teil. Dabei geht es um die Selbsteinschätzung ihres Sehvermögens, um ihren Alltag, ihre Lebenszufriedenheit und ihre sozialen Kontakte.
  3. Blick auf die Umgebung (Infrastruktur)
    Zudem werden die Bedingungen vor Ort geprüft: Sind die Räume in den Einrichtungen ausreichend beleuchtet? Lassen sich Hinweisschilder gut lesen? Erleichtern Kontraste und Beschilderungen die Orientierung?
  4. Gemeinsame Auswertung
    Abschliessend werden die Ergebnisse und Antworten zusammen analysiert. So kann gezielt herausgearbeitet werden, wie Sehvermögen, Versorgung und Lebenssituation miteinander zusammenhängen und welche konkreten Verbesserungen vorgenommen werden können.

Wer nimmt teil?

Geplant sind vertiefte Untersuchungen und Befragungen von rund 420 Menschen in mindestens 21 Einrichtungen. Die Einrichtungen befinden sich sowohl in städtischen als auch in ländlichen Regionen und in allen Sprachregionen der Schweiz. Einbezogen werden Alters- und Pflegeheime sowie Einrichtungen des betreuten Wohnens. Pro Einrichtung sollen etwa 20 zufällig ausgewählte Bewohner:innen an der Untersuchung teilnehmen.

Was bringt das Projekt für die Praxis?

Die untersuchten Personen erhalten eine Rückmeldung zu ihrem Sehvermögen sowie Hinweise zu geeigneten Sehhilfen und gegebenenfalls zu weiteren Abklärungen.

Auch die Einrichtungen erhalten Rückmeldungen und Empfehlungen. Diese können beispielsweise die Beleuchtung, die Signaletik, den Einsatz von Sehhilfen oder die Zusammenarbeit mit Optometrist:innen, Augenärzt:innen und Beratungsstellen betreffen.

Die übergreifenden Erkenntnisse werden in einem öffentlich zugänglichen Bericht, einer kurzen Broschüre, bei öffentlichen Veranstaltungen und auf der hier vorliegenden Website vorgestellt. Damit sollen auch Einrichtungen und Fachpersonen profitieren, die nicht an der Studie teilnehmen.

Wer führt das Projekt durch?

CAREVIAGE ist ein Forschungsprojekt der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Beteiligt sind das Institut für Optometrie der Hochschule für Technik und Umwelt und das Institut Integration und Partizipation der Hochschule für Soziale Arbeit. Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Daniela Nosch und Prof. Dr. Alexander Seifert.

Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis begleiten das Projekt in internationalen und nationalen Begleitgruppen und bringen ihre Erfahrungen ein.

Wie lange dauert das Projekt?

Das Projekt läuft über vier Jahre: 1. Mai 2026 bis 30. April 2030. Auf die Vorbereitung und Gewinnung der Einrichtungen folgen die Untersuchungen und Befragungen. Anschliessend werden die Daten ausgewertet, die Erkenntnisse mit der Praxis besprochen und die Ergebnisse und Empfehlungen veröffentlicht.

Wer unterstützt das Projekt?

CAREVIAGE wird von folgenden Stiftungen finanziell unterstützt:

  • Gemeinnützige Stiftung für medizinische Hilfe
  • Schweizerischer Zentralverein für das Blindenwesen SZBLIND
  • Retina Suisse

Wir danken den Förderorganisationen sowie den teilnehmenden Einrichtungen und Bewohner:innen für ihre Unterstützung und Mitwirkung.

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